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Todesmärchen - Andreas Gruber im Interview

Er schreibt harte und humorvolle Spannung: Andreas Gruber entwickelt komplexe Thriller um Serienmorde und lässt mit Maarten S. Sneijder einen kantigen Helden ermitteln. Jetzt ist mit »Todesmärchen« sein dritter Fall und Grubers zehnter Roman zu lesen.

„Sneijder ist ein zynischer Mistkerl, macht aber Spaß“

»Todesmärchen« dreht sich um einen Serienmörder, der sich von Hans Christian Andersens »kleiner Meerjungfrau« oder dem »Mädchen mit den Schwefelhölzern« anregen lässt. Da ist viel Grausamkeit und Melancholie – muss man sich um Sie Sorgen machen?
Nein – ich führe ein entspanntes Leben auf dem Land, das eigentlich in humorvolle Regional-Krimis münden könnte. Nur ist mir das nicht aufregend genug. Als Leser und als Autor bevorzuge ich härtere Kost.

»Todesmärchen« ist härtere Kost, spannend und grausam: Ihr Mörder ritzt unter anderem einem Mann die Haut auf, rührt Brandbeschleuniger hinein und zündet ihn an.
Ich erwähne zwar Grausamkeiten, beschreibe sie aber nicht. Meine Vorbilder sind nicht Splatter, sondern Psychothriller wie »Das Schweigen der Lämmer«: Der Schrecken entsteht vor allem im Kopf des Lesers oder Zuschauers. Ich will Spannung aufbauen, indem ich einem intelligenten Täter auf der Spur bin, und will dabei möglichst komplexe Rätsel lösen. Deshalb habe ich über Serienmorde geschrieben: Eine Reihe unterschiedlicher, aber zusammenhängender Fälle führt in die Vergangenheit zurück, und wie in einem Puzzle fügt sich Stück für Stück zusammen.

Ihr Profiler Maarten S. Sneijder ist nicht gerade der liebenswürdige Ermittlertyp. Mögen Sie ihn?
Man kann das schon beim Namen nennen: Er ist ein zynischer Mistkerl. Sneijder ist von sich selbst so eingenommen, dass er alle anderen für unfähige Dilettanten hält und jeden vor den Kopf stößt. Das ist natürlich wenig sympathisch. Seine schroffen Bemerkungen und Marotten sind aber meine Art, mit Humor den grausamen Verbrechen die Schärfe zu nehmen, und ich muss oft selbst über das lachen, was Sneijder sagt. Das macht ihn zu einer Figur, mit der ich sehr gern Zeit verbringe.

Wen sehen Sie, wenn Sie über ihn schreiben?
Eine hagere Gestalt im Designer-Anzug mit langen Armen. Sneijder hat eine Glatze und dünne schwarze Koteletten, ist egozentrisch und leidet unter Cluster-Kopfschmerzen, die er selbst akupunktiert. Er ist schwul, raucht Marihuana und klaut Bücher in den Filialen einer Buchhandelskette. Das ist sein Rachefeldzug gegen das Unternehmen, das seinen Vater in den Konkurs und letztlich in den Selbstmord getrieben hat.

Wie sind Sie auf Sneijder gekommen?
Ich wollte einen unangepassten, außergewöhnlichen Helden erfinden und habe wild herumfantasiert, ohne jede Form von Selbstzensur – er sollte Spaß machen und interessant sein. Ich wollte nicht, dass er wie ich Österreicher ist, aber auch nicht Deutscher, so wurde er Holländer. Den Namen habe ich über mein Fußball-Panini-Stickeralbum gefunden, als ich mir die niederländische Nationalmannschaft angeschaut habe. Da gibt es einen Wesley Sneijder, einen tollen Spieler. Nach ihm habe ich meinen Ermittler benannt.

Wie viel von Andreas Gruber ist in Maarten S. Sneijder?
Ich bin nicht schwul, klaue keine Bücher, habe keine Cluster-Kopfschmerzen und rauche nicht Marihuana. Aber in Sneijders zynischen Bemerkungen ist viel von mir. Ich mache solche Bemerkungen selbst nur in launigen Runden, um jemanden hochzunehmen oder zu veräppeln. Aber ich würde gern tatsächlich mal so in Situationen reden, in denen mir etwas gegen den Strich geht.

Tüfteln an Mordmethoden

Sneijder ist erfolgreich durch seine Methode des visionären Sehens: Er denkt sich in einen Mörder hinein und erweitert dabei seinen Horizont durch Marihuana. Dahinter steckt natürlich der Autor – wie gelingt es Ihnen, Ihren Romanfiguren nahezukommen, sie und ihre Motive zu entwickeln?
Ich lese viel über Verbrechen, Profiling und Psychologie und bespreche meine Ideen mit Therapeutinnen. Was kann zum Beispiel hinter Gewalt- und Rachefantasien stehen? Wie reagiert ein Kind, das entführt wurde, nach einem Jahr entkommen kann und dann erfährt, dass seine Mutter gestorben ist? Oder auch, wie reagiert eine Mutter, die ihr Kind verloren hat? Aus diesen Gesprächen hat sich eine intensive Zusammenarbeit ergeben: Zwei Therapeutinnen, die mich beraten, gehören inzwischen zu meinen Testlesern.

Sprechen Sie auch mit Ermittlern?
Das hat sich ebenfalls sehr gut entwickelt. Anfangs hatte ich Sorge, auf eine Wand des Schweigens zu stoßen, wenn ich mich als Autor zu erkennen gebe, der für einen Roman recherchiert. Für Journalisten und Sachbuchautoren ist es oft auch schwierig, aber nicht, wenn es um fiktive Geschichten geht. Ich habe sehr offene Gesprächspartner gefunden, in der Rechtsmedizin in Bern oder beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden, für das Sneijder in meinen Thrillern arbeitet. Dort durfte ich auch eine Woche hospitieren.

Worüber tauschen Sie sich aus?
Die Experten wollen wissen, wie meine Bücher entstehen. Ich erzähle ihnen von meiner Arbeit, und sie beraten mich bei allem, was in ihr Fachgebiet fällt. Ich tüftle auch gemeinsam mit befreundeten Ärzten Mordmethoden aus. Wie in »Todesfrist«: Hier mauert der Mörder eine Frau so eng ein, dass sie sich nicht rühren kann. Meine Frage an den Arzt war, wie der Täter es anstellen muss, damit sie dort mehrere Monate überleben kann.

Wie kommen Sie auf Ihre Ideen – lassen Sie sich von wahren Verbrechen anregen?
Aus der Realität nehme ich in der Regel nur Details, die Fälle entspringen meiner Fantasie. Ideen habe ich oft beim Walken im Wald. Oder im Urlaub, wenn ich entspannt am Strand liege, dann sprudeln die Einfälle geradezu.

Neben den Thrillern um Maarten S. Sneijder und seine Partnerin Sabine Nemez schreiben Sie zwei weitere Krimiserien: eine um den Wiener Privatdetektiv Peter Hogart, eine zweite um den Leipziger Polizeiermittler Walter Pulaski und die Wiener Anwältin Evelyn Meyers. Wie teilen Sie die Ideen unter Ihren Helden auf?
Der Stoff, den ich für einen Thriller aufgreife, muss zur Struktur der jeweiligen Serie passen. Wenn jemand auftreten kann, der inoffiziell ermittelt, ist es natürlich etwas für Privatdetektiv Hogart. Wenn eine Anwältin gebraucht wird, ist es etwas für Pulaski und Meyers. Die Serienkiller-Ideen haben zuletzt Sneijder und seine Partnerin bekommen. Der vierte Sneijder-Fall wird allerdings in eine etwas andere Richtung gehen.

Heavy Metal nach der Arbeit

Wo entstehen Ihre Thriller?
Ich schreibe Zuhause in Grillenberg, einem kleinen Ort rund 30 Kilometer südlich von Wien. Hier wohne ich mit meiner Frau sehr abgeschieden in einer Sackgasse. In meinem Arbeitszimmer schreibe ich Exposés und erledige Büroarbeit. Das ist ein großer Raum mit Balkon und vielen Büchern, DVDs und CDs. Zum Schreiben gehe ich aber am liebsten in unseren Wintergarten, wo es sehr hell ist.

Das klingt nach viel Ruhe, dabei hören Sie gern Heavy Metal.
Aber erst nach der Arbeit, und dann vor allem im Auto, meinem Metal Mobil, wie ich es nenne.

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus – lassen Sie es gemütlich angehen?
Nein, ich bin nicht der Autorentyp, der auf die Muse wartet. Ich stehe um halb sieben auf und frühstücke mit meiner Frau. Wenn sie das Haus verlassen hat, beginne ich zu schreiben, fünf Stunden am Stück, wenn es gut läuft. Mittags bin ich eine Stunde auf dem Heimtrainer und sehe mir einen Film an, oder ich gehe mit Walking-Stöcken in den Wald. Anschließend arbeite ich weiter bis abends gegen sieben. Abgelenkt werde ich höchstens von unseren Katzen, wenn sie sich an meine Beine hängen oder über den Laptop laufen.

Gibt es Autoren, die Sie angeregt haben?
Als Jugendlicher habe ich vor allem Stephen King gelesen. Seine Bücher haben eine wichtige Rolle gespielt, wurden mir aber im Lauf der Zeit zu langatmig. Anders die Romane von Dean Koontz, da ist alles genau durchdacht und komponiert, das gefällt mir gut. Für meine Thriller ist zudem Dennis Lehane wichtig. Seine Serie um ein Privatdetektivpärchen habe ich verschlungen, und Pulaski und Sneijder ermitteln dann ja auch gemeinsam mit Partnerinnen. Das macht die Geschichten komplexer und spannender. Wenn ich in einem Kapitel Sneijders Partnerin in einem zweiten Handlungsstrang folge, weiß man nicht, was er gerade tut, und muss weiterlesen. Das ist meine Art von Sadismus: dem Leser hoffentlich schlaflose Nächte zu bereiten.

„Moneten, Bier und heiße Bräute“

Sie haben inzwischen acht Thriller veröffentlicht. Nach der Schulzeit haben Sie aber erst einmal Wirtschaftswissenschaften studiert und als Controller gearbeitet. Wie sind Sie Autor geworden?
Das wollte ich schon immer. Meine erste Geschichte habe ich mit fünf erfunden, damals konnte ich noch nicht mal schreiben. Das wurde ein Comic mit Symbolen statt Wörtern in den Sprechblasen. Als ich acht oder neun war, habe ich in den Sommerferien nachts in der Schrebergartenhütte meiner Eltern meinen ersten Krimi verfasst: »Moneten, Bier und heiße Bräute«. Nach drei Seiten hatten sich aber alle Figuren gegenseitig umgebracht, und der Roman war zu Ende. Mit elf habe ich es noch einmal versucht, dieses Mal professioneller mit der mechanischen Schreibmaschine meiner Eltern.

Wie sah das aus?
Ich habe geglaubt, dass ein Autor das Manuskript im Blocksatz schreiben muss. Daran habe ich stundenlang getüftelt und die Worte entsprechend gewählt, bis ich zwei bündige Absätze fertig hatte. Das war ein tolles Gefühl, weil der Text schon aussah wie eine Buchseite. Es war halt nur sehr viel Arbeit. Als mir dann ein Lehrer erzählte, dass das Layout vom Verlag übernommen wird, war ich erleichtert, beschloss, Autor zu werden, und verfasste ein paar Jahre später vor allem Kurzgeschichten. Die ersten konnte ich in den 1990er Jahren veröffentlichen: in Magazinen und Büchern mit winzigen Auflagen. Seitdem habe ich fast täglich geschrieben, wie ein Besessener. 2005 erschien dann mein erster Roman.

Wie haben Sie das neben der Berufstätigkeit hinbekommen?
Ich habe abends und samstags geschrieben. Meine Frau hat das mitgetragen und ist bis heute meine erste und beste Testleserin geblieben. Zuletzt war ich in einem Pharma-Unternehmen tätig, konnte die Arbeitszeit aber mehr und mehr reduzieren. 2014 hat sich dann mein Traum erfüllt: Ich habe den Job an den Nagel gehängt – seitdem bin ich freier Autor.

© Dr. Sabine Schmidt

Interview mit Journalistin Sarah Pauli, bekannt aus Beate Maxians Krimis

Die Wiener Journalistin Sarah Pauli ist es gewöhnt, Interviews zu führen. Doch selbst eines zu geben ist ungewöhnlich für sie.
Dem österreichischen Krimiautor Andreas Gruber stand sie jedoch Rede und Antwort. Knallharte Fragen, wie man es sonst nur von investigativen Journalisten gewohnt ist, warteten auf die sympathische Wienerin mit neapolitanischen Wurzeln.
Gemeinsam sitzen sie in Sarah Paulis Büro im Wiener Boten. Zwei Tassen Kaffee und leise Musik von Pino Daniele. Sarah Pauli trägt Jeans und T-Shirt, an ihren Ohren baumeln rote cornicelli und an der Halskette ein ebenso rotes Corno.

Andreas Gruber: Was ist das für Schmuck? Sieht aus wie … ähm … Chili.

Sarah Pauli (lacht): Das sagt der Chef vom Dienst vom Wiener Boten auch immer. (sie greift an ihre Halskette, hält das Schmuckstück Andreas Gruber direkt vors Gesicht). Das nennt man Corno, auf Deutsch: Horn. Es hilft gegen den Bösen Blick.

Andreas Gruber: Der Böse Blick?

Sarah Pauli: Ein Schadenszauber.

Andreas Gruber: Schadenzauber?

Sarah Pauli: Schwarze Magie.

Andreas Gruber: Und das im 21. Jahrhundert. Aha! Esoterik soll ja ganz modern sein.

Sarah Pauli: Ich beschäftige mich mit dem Hintergrund und der Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte des Aberglaubens. Ich zünde keine Engelskerzen an.

Andreas Gruber: Sind Sie abergläubisch?

Sarah Pauli: Nicht mehr und weniger, als andere Menschen. Meine Großmutter war Neapolitanerin, dort ist der Aberglaube ein Teil des Alltags. Aus dem Grund weiß ich viel über dessen Ursprung und die Bedeutung. Ich gebe aber mein 13. Monatsgehalt nicht zurück.

Andreas Gruber: Sie schreiben in Ihrer Kolumne darüber. Warum?

Sarah Pauli: Weil das ein sehr spannendes Thema ist und viel mit unserer Historie zu tun hat. Das Wort Aberglaube gibt es erst seit dem 15. Jahrhundert und auch nur in christlich orientierten Regionen.

Andreas Gruber: Sie besitzen eine schwarze Katze?

Sarah Pauli: Da haben Sie so ein Beispiel. In unseren Breiten galten schwarze Katzen lange als Unglücksboten und in England sind sie zum Beispiel Glückskatzen. Sind Sie abergläubisch?

Andreas Gruber: Ähm. Nein.

Sarah Pauli (runzelt die Stirn): Und doch klopfen Sie auf Holz, wünschen toi toi toi, stoßen mit einem Glas mit Ihrem Gegenüber an und, so hoffe ich, tragen rote Unterwäsche zu Silvester. Also sagen Sie bitte nicht, dass Sie nicht abergläubisch sind.

Andreas Gruber: Rote Unterwäsche?

Sarah Pauli: Lesen Sie Beate Maxians Bücher, die schreibt über mein Leben.

Andreas Gruber (notiert auf einem Blatt: rote Unterwäsche): Gut, also Ihr Leben. Sie mischen sich ja immer wieder in Kriminalfälle ein.

Sarah Pauli: Was heißt, ich misch mich ein? Die Fälle kommen zu mir.

Andreas Gruber: Von Chefinspektor Stein weiß ich, dass Sie ihm manchmal ziemlich auf die Nerven gehen.

Sarah Pauli: Chefinspektor Martin Stein weiß meine Hilfe inzwischen sehr zu schätzen. Mein Blick auf einen Mordfall ist … ich will jetzt nicht unfreundlich sein … offener, breitflächiger, einfach aus einem anderen Blickwinkel. Martin Stein kann manchmal ganz schön engstirnig sein. Und in Wahrheit tut er nur so, als ginge ich ihm auf die Nerven. Er passt auf mich auf. Immerhin ist meine Kollegin Hilde Jahn, eine langjährige gute Bekannte von Stein, ermordet worden, als sie einen Informanten traf. Sie war Enthüllungsjournalistin.

Andreas Gruber: Hilde Jahn war auch die Geliebte von David Gruber, dem Herausgebers des Wiener Boten – was übrigens nur eine zufällige Namensgleichheit ist. Der ja nun Ihr Lebensgefährte ist.

Sarah Pauli (stirnrunzelnd): Was wollen Sie damit andeuten?

Andreas Gruber: Dass Sie nicht nur beruflich Hilde Jahns Nachfolgerin geworden sind.

Sarah Pauli: Das ist jetzt zwar eine sehr privat Frage, Herr Gruber – aber gut. Wo die Liebe eben hinfällt, sagt man nicht so? Das Leben treibt einen manchmal in eine Richtung, die man nicht vorhersehen kann. Ich wusste weder, dass Hilde Jahn und David Gruber ein Paar waren, als ich ihr zugearbeitet habe. Noch konnte ich ahnen, dass David und ich uns ineinander verlieben nach ihrer Ermordung. Auch habe ich mich lange dagegen gewehrt, ihre Nachfolgerin zu werden. Privat und beruflich.

Andreas Gruber: Es heißt, Sie beißen sich wie ein Terrier in einen Fall fest, wenn Sie sich einmal für einen Kriminalfall interessieren.

Sarah Pauli (lacht): Wer sagt das?

Andreas Gruber (lächelt charmant): Ich hab mich informiert.

Sarah Pauli: Ich dachte, Sie sind Krimiautor.

Andreas Gruber: Auch Krimiautoren recherchieren.

Sarah Pauli: Ich nehme das mit dem Terrier jetzt einmal als Kompliment. Ich liebe nämlich Hunde. Und ja, wenn ich mich für einen Fall interessiere, dann gebe ich nicht so schnell auf und ich akzeptiere auch keine Lösungen, die mir unlogisch erscheinen.

Andreas Gruber: Sind Verbrechen logisch?

Sarah Pauli: In meinem Universum: Ja

Andreas Gruber: Weil Sie vorhin Krimiautor sagten. Wie sind Sie eigentlich in Beate Maxians Kopf gekommen?

Sarah Pauli: Irgendjemand musste doch ihr ganzes Wissen zum Thema Aberglauben unter die Leute bringen. Da ich Journalistin bin, war es eine logische Konsequenz, dass ich das bin.

Andreas Gruber: Das klingt, als hätten Sie sich irgendwo in einem Kaffeehaus kennengelernt, ein wenig geplaudert und dann hätte Beate Maxian über Sie geschrieben. In Wahrheit erfinden wir Krimiautoren doch unsere Figuren, wir treffen sie nicht im Café.

Sarah Pauli: Sie ist auch nicht im Café auf mich getroffen, sondern in der Badewanne. Sie hat über den Romanstoff nachgedacht und darüber, keine Inspektorin oder einen Inspektor losschicken zu wollen … das war meine Stunde!

Andreas Gruber: Es gibt Kollegen, die sagen, Sie seien die Hexe des Wiener Boten. Hat sie Sie in diese Rolle gedrängt?

Sarah Pauli: Auch diese Bezeichnung nehme ich gerne als Kompliment an, bedeutet Hexe doch „Weise Frau“. Früher waren es oft Heilerinnen und Hebammen. Im Roman hat sich diese Rolle aufgrund meines Wissens zum Thema Aberglauben ergeben. Die Maxian hat da vorher nicht groß darüber nachgedacht. Unter uns: Sie ist manchmal eine chaotische Denkerin.

Andreas Gruber: Sie sind jetzt aber weder Heilerin noch Hebamme. Sie sind Journalistin.

Sarah Pauli: Sie wollen es aber ganz genau wissen, Herr Gruber. Also gut, dann gehen wir einen Schritt weiter. Gebildete Frauen galten im Mittelalter als vom Teufel besessen. Schreiben und lesen zu können, galt wider die Natur.

Andreas Gruber: So gesehen, wären heutzutage fast alle Frauen Hexen.

Sarah Pauli: Rote Haare galten früher auch als Zeichen. Haben Sie schon unsere Gesellschaftsreporterin gesehen, Herr Gruber? Sie hat eine kupferrote Löwenmähne.

Andreas Gruber (zieht die Augenbrauen hoch): Gibt es eine Möglichkeit sich vor Hexen zu schützen?

Sarah Pauli (lächelt spöttisch, überlegt eine Weile): Es gibt ein paar Möglichkeiten. Aber wenn Sie’s gleich ausprobieren wollen, ziehen Sie ein Kleidungsstück verkehrt herum an. Ihr Hemd oder Ihre Unterwäsche.

Andreas Gruber: Und das hilft?

Sarah Pauli: Probieren Sie es aus.

Andreas Gruber: Danke für das Interview.

Sarah Pauli: Jederzeit wieder.

Händeschütteln.
Der österreichische Autor geht nach dem Gespräch direkt zur Toilette.

Beate Maxian entdeckt die tiefen Abgründe von Maarten S. Sneijder

Der österreichischen Krimiautorin Beate Maxian ist es gelungen, beim deutschen Bundeskriminalamt in Wiesbaden eine Anfrage zu stellen, um eines der seltenen Interviews mit dem Profiler Maarten S. Sneijder führen zu dürfen.
Gemeinsam sitzen sie in einem Verhörraum des BKA. Die Luft in dem kleinen Raum ist stickig. Die einsame Arbeitsleuchte auf dem glatten Tisch strahlt Beate Maxian direkt ins Gesicht. Sie kann nur wenig von Sneijder erkennen. Er trägt einen schwarzen Designeranzug, ist über einen Meter achtzig groß und hat enorm lange Arme.

Beate Maxian: Lieber Maarten Sneijder, was kannst du uns zu …?

Maarten S. Sneijder: Entschuldigen Sie, dass ich Sie unterbreche. Aber ich könnte mich nicht erinnern, dass wir uns duzen. Oder habe ich da etwas missverstanden?

Beate Maxian: Nein, haben Sie nicht, tut mir leid. Lieber Maarten Sneijder, was können Sie uns zu …?

Maarten S. Sneijder: Verdomme! Es heißt Maarten S. Sneijder! Hat Ihnen das niemand gesagt?

Beate Maxian: Danke, also was können Sie uns zu …?

Maarten S. Sneijder: Entschuldigen Sie, dass ich Sie gleich noch einmal unterbreche, Frau Maxian. Meine Zeit ist knapp, ich muss gleich zur nächsten Besprechung mit Präsident Hess ins Bundeskriminalamt, und ich möchte vermeiden, dass Sie meine Zeit vergeuden. Sehen Sie diese drei Finger?

Beate Maxian: Äh, ja.

Maarten S. Sneijder: Also stellen Sie ihre Fragen in höchstens drei knappen, präzisen Sätzen! Schaffen Sie das?

Beate Maxian: Ich weiß nicht, ich werde …

Maarten S. Sneijder: Frau Maxian, Sie sind doch Schriftstellerin, oder?

Beate Maxian: Ja.

Maarten S. Sneijder: Dann haben Sie doch sicher gelernt, sich in knappen, präzisen Sätzen auszudrücken. Also bitte.

Beate Maxian: Gut, ich werde es versuchen. Sie sind 49 Jahre alt und kommen ursprünglich aus Rotterdam in den Niederlanden. Wie lautet Ihre exakte Berufsbezeichnung?

Maarten S. Sneijder: Ich bin polizeilicher Fallanalytiker, Entführungsspezialist und forensischer Kripopsychologe beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Wenn ich nicht gerade im Auslandseinsatz bin, nehme ich an der Akademie des BKA für hoch begabten Nachwuchs junge Kollegen unter meine Fittiche.

Beate Maxian: Kolleginnen auch?

Maarten S. Sneijder: Hören Sie auf mit diesem Gender-Quatsch!

Beate Maxian: Okay. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie einen Hang zu Drogen haben. Wie lässt sich das mit Ihrem Job verein…?

Maarten S. Sneijder: Diese Frage müssen wir aus dem Protokoll streichen!

Beate Maxian: Darf ich sie inoffiziell stellen?

Maarten S. Sneijder: Nur wenn Sie die Antwort nicht veröffentlichen. Andernfalls müsste ich Sie anschließend für einige Monate in U-Haft nehmen.

Beate Maxian: Einverstanden.

Maarten S. Sneijder: Gut, ich habe Cluster-Kopfschmerzen, einen extreme Variante von Migräne – Kopfschmerzen zur Potenz. Darum rauche ich Marihuana. Einerseits lindert es die Schmerzen, andererseits gelingt es mir damit, durch meine Methode des Visionären Sehens, in die kranke Psyche von Serientätern hinabzusteigen, um ihre nächsten Gedanken zu erahnen.

Beate Maxian: Durch das Marihuana?

Maarten S. Sneijder: Als Schriftstellerin und Künstlerin müssten Sie den Effekt von Drogen doch eigentlich kennen.

Beate Maxian: Äh … nein.

Maarten S. Sneijder: Sehen Sie, Frau Maxian, durch das Marihuana kristallisiert sich manchmal ein winziges Detail mit all seinen Facetten übergroß heraus, das man sonst übersehen hätte. Das ist in meinem Job unerlässlich, und nebenbei bemerkt habe ich im Vergleich zu meinen Kollegen die höchste Aufklärungsrate.

Beate Maxian: Nochmal zurück zu den Cluster-Kopfschmerzen – gibt es keine andere Methode, um Ihre Schmerzen zu lindern?

Maarten S. Sneijder: Sehen Sie diese tätowierten Punkte auf meinen Händen? Das sind Akupunkturpunkte. Mit Nadeln, die ich immer bei mir trage, ziehe ich mir regelmäßig den Schmerz aus dem Kopf.

Beate Maxian: Ich habe gehört, sie hassen große Menschenmengen.

Maarten S. Sneijder: Ich hasse generell Menschen. Die rauben mir die Luft zum Atmen, und ich brauche Sauerstoff zum Denken.

Beate Maxian: Angeblich haben Sie keinen Führerschein.

Maarten S. Sneijder: Das stimmt.

Beate Maxian: Aber ich habe gehört, dass Sie …

Maarten S. Sneijder: Hören Sie, Frau Maxian, auch diese Frage müssen wir aus dem Protokoll streichen.

Beate Maxian: Und inoffiziell?

Maarten S. Sneijder: Von mir aus. Natürlich besitze ich einen Führerschein, aber davon wissen nur eine Handvoll Leute. So ist es mir möglich, dass ich von den Kollegen zu den Tatorten gefahren werde, und kann die Zeit auf dem Rücksitz sinnvoll nutzen.

Beate Maxian: Warum auf dem Rücksitz?

Maarten S. Sneijder: Ich hasse Smalltalk.

Beate Maxian: Verstehe. Gilt das auch für Ihre Studenten an der Akademie?

Maarten S. Sneijder: Für die ganz besonders. Wir müssen effizient arbeiten, daher nehmen wir an der Akademie im Modul Profilerstellung und forensische Psychologie nur ungelöste Mordfälle durch.

Beate Maxian: Warum das?

Maarten S. Sneijder: Andernfalls könnten die Studenten die Lösung googeln oder im Archiv ausheben. Aber ich muss diese jungen Leute dahingehend erziehen, dass sie zu kreativen Ansätzen fähig sind. Sie müssen lernen, unorthodox zu ermitteln und über den Tellerrand zu blicken.

Beate Maxian: Und das gelingt?

Maarten S. Sneijder: Godverdomme, nicht immer! Aber an der Akademie gibt es ein besonderes Talent, nämlich die Münchnerin Sabine Nemez. Sie ist die Hoffnung der jungen, modernen Verbrechensbekämpfung … und ich hoffe, noch viele weitere Fälle mit ihr lösen zu können. Aber sagen Sie ihr das bloß nicht!

Beate Maxian: Natürlich.

Maarten S. Sneijder: So, vier Fragen noch, dann muss ich weg.

Beate Maxian: Gut, verstehe. Haben Sie ein Haustier?

Maarten S. Sneijder: Einen Basset. Ist mir zugelaufen. Im Winter übernachtet er in meinem Haus, am Stadtrand von Wiesbaden, im Sommer schläft er draußen vor der Tür auf der Matte. Sein Name ist Vincent. Er ist ziemlich gefräßig.

Beate Maxian: Ich habe erfahren, dass Sie Bücher klauen. Aber nur in den Filialen einer bestimmten Buchhandelskette namens Haital. Warum?

Maarten S. Sneijder: Das hat persönliche Gründe. Eine private Fehde. Hat mit meinem Vater zu tun, Gott hab ihn selig. Mehr müssen Sie nicht wissen.

Beate Maxian: Lesen Sie selbst Kriminalliteratur?

Maarten S. Sneijder: Gelegentlich.

Beate Maxian: Was zum Beispiel?

Maarten S. Sneijder: Thomas Harris, Dennis Lehane, Jean-Christophe Grangé, Douglas Preston und Lincoln Child.

Beate Maxian: Was halten Sie von Andreas Gruber?

Maarten S. Sneijder: Kenne ich nicht. Wer soll das sein?

Beate Maxian: Ein österreichischer Krimiautor.

Maarten S. Sneijder: Ach der, ich kann mich dunkel erinnern. Ein armseliger Schriftseller. Er war mal beim BKA und hat für eines seiner Schmuddelbücher recherchiert. Das BKA hat eine Akte über ihn. Wir überwachen sein Haus und hören sein Telefon ab. Bisher ist er unauffällig geblieben, aber wir behalten ihn weiterhin im Auge. War es das?

Beate Maxian: Ja, danke. Ein herzliches Dankeschön, Maarten Sneijder, für die …

Maarten S. Sneijder: Maarten S. Sneijder!

Beate Maxian: Ein herzliches Dankeschön, Maarten S. Sneijder, für die Beantwortung der Fragen.

Maarten S. Sneijder: Gern geschehen.

Maarten S. Sneijder knipst die Lampe aus und lehnt sich zurück.

Die österreichische Autorin ist nach diesem Interview für mehrere Monate spurlos verschwunden …

Interview zu dem Thriller »Herzgrab«

„Ich habe mir geschworen, niemals feige zu sein“

Sie sind ein Autor, der erfolgreich in verschiedenen Genres zu Hause ist. Phantastik und Science Fiction gehören ebenso dazu wie Horror und Thriller. Sie wurden mehrfach mit angesehenen Preisen ausgezeichnet und schreiben sowohl Stories als auch Romane. Soeben erscheint Ihr neuer Roman „Herzgrab“, der nach „Rachesommer“ und „Todesfrist“ Ihr dritter Thriller bei Goldmann ist. Was reizt Sie besonders an diesem Genre?

Dazu muss man wissen: Ich entwerfe gerne erschreckende und kranke Horrorszenarien, was zum Teil auch an meiner Vergangenheit als Horrorautor liegt. Ich liebe es, den Leser in Furcht zu versetzen. Bei einem Thriller ist das nochmal um einen Tick intensiver als bei einem Horrorroman, weil die Handlung realistischer und „echter“ wirkt. Dieses Schreckensszenario könnte ja tatsächlich so passieren. Denken Sie nur an „Das Schweigen der Lämmer“. Diese Gratwanderung, die Grenze des Thrillers auszuloten und trotzdem die Ebene der Realität nicht zu verlassen, macht für mich den Reiz dieses Genres aus.

Den ersten Einfall zu „Herzgrab“ hatten Sie bereits vor vielen Jahren, aber Sie trugen die Idee lange mit sich herum und schrieben erst einmal mehrere andere Bücher. Kommt es häufiger vor, dass Sie an unterschiedlichen Buchprojekten zugleich arbeiten?

Ich versuche immer – das ist zumindest der Plan – nur jeweils an einem Buch zu arbeiten, aber die Realität sieht oft so aus, dass sich die Arbeiten überschneiden. Bei einem Roman schreibe ich gerade den Showdown, während die Idee für das nächste Projekt gerade im Kopf heranreift. Und wenn ich das Manuskript kurz vor Fertigstellung nochmal überarbeite, liegen vom nächsten Roman bereits die ersten Kapitel vor. Aber das ist ganz gut so, da ich so schneller Distanz zum eigenen Werk finde und Schwächen objektiver beurteilen kann. Und zwischendurch gönne ich mir immer wieder die Zeit, einige Kurzgeschichten zu schreiben.

In „Herzgrab“ gerät eine angesehene italienische Familie, die auf einem noblen Landsitz nahe Florenz lebt ins Visier eines grausamen Mörders. Die Ermittlungen setzen in Wien ein und führen über Florenz in die ländliche Toskana. Wie wichtig ist für Sie die Recherche an Originalschauplätzen, wenn Sie eine Romanhandlung verorten?

Ich suche mir nur Orte aus, die ich entweder bereits kenne oder gern kennen lernen möchte; Schauplätze, die mich faszinieren. Beispielsweise bin ich für eine Buchpräsentation zu den Nordsee-Krimitagen nach Sankt Peter-Ording eingeladen worden. In der Fortsetzung von „Todesfrist“, an der ich gerade arbeite, wird es daher einen ziemlich fiesen Tatort im Wattenmeer in Sankt Peter-Ording geben. Das sind einfach schöne Gelegenheiten, die man nicht nutzlos verstreichen lassen sollte, sofern sie sich in die Handlung einbetten lassen. Mit der Toskana ist es ebenso: Während einiger Urlaube in dieser Gegend ist im Lauf der Zeit die Handlung zu „Herzgrab“ entstanden… Stück für Stück… bis sie so stark wurde, dass ich das Buch einfach schreiben und dort spielen lassen musste.

Das Team der Kripobeamten, das von Wien aus gemeinsam nach Florenz aufbricht, besteht aus einem Österreicher und einem Italiener. Allerdings könnte das Duo aus Peter Gerink und dem Sizilianer Dino Scatozza nicht unharmonischer sein: Beide befehden sich wegen einer Frau, und immer wieder entladen sich auf der Dienstreise enorme Spannungen. Welche Rolle spielt in Ihrem Roman das humorvolle Spiel mit nationalen Klischees?

Generell spielt für mich der Humor in meinen Romanen eine große Rolle. Ich schreibe zwar keine witzigen Regionalkrimis wie beispielsweise Rita Falk, da es mich mehr zu düsteren Thrillern zieht – aber gerade deswegen möchte und muss ich sogar manchmal Handlung und Atmosphäre durch eine Prise schrägen oder schwarzen Humor auflockern. Dazu kommt, dass ich gern Figuren verschiedener Nationalitäten miteinander konfrontiere. In „Rachesommer“ trifft eine Wiener Anwältin auf einen Leipziger Ermittler und in „Todesfrist“ eine junge Münchner Kripobeamtin auf einen niederländischen Profiler. Das gibt Stoff für zusätzlichen Konflikt.

Gleichzeitig mit den Kripobeamten rollt eine Detektivin den Fall von einer anderen Seite her auf. Pikanterweise handelt es sich bei der Privatermittlerin Elena um die große Liebe Gerinks, derentwegen er mit seinem Kollegen Scatozza zerstritten ist. Dass die Handlung in mehreren parallel geführten Handlungssträngen verläuft, ist typisch für Ihre Thriller. Worin liegt für Sie der Reiz dieser Erzähltechnik?

Meisten ist es so, dass ich für meine Romane zu viele Ideen habe, sodass ich sie in zwei Handlungsstränge verpacken muss. In sich abwechselnden Kapiteln erzähle ich dann diese beiden Storys. Für mich macht es den Reiz aus, dass ich den Leser anfangs noch im Dunkeln tappen lasse, wie diese Handlungen miteinander verknüpft sind, und wann, wo und wie sie aufeinander treffen werden. Einen weiteren Reiz macht für mich aus, dass ich die Kapitel an der spannendsten Stelle mit einem Cliffhanger unterbrechen kann – eine Technik, die mich bereits als Jugendlicher bei Stephen Kings „Es“ sehr fasziniert hat.

Wie gelingt es Ihnen, beim Schreiben den Überblick zu behalten?

Anfangs erstelle ich zu meinen Romanen ein detailliertes Exposé von etwa 25 Seiten. Danach plane ich die einzelnen Kapitel in Excel, weil man in diesem Tabellenkalkulationsprogramm schön übersichtlich arbeiten kann. Außerdem erstelle ich in Excel chronologische Biographien meiner Figuren und eine Zeitlinie mit Uhrzeiten für die Handlung. All das merkt der Leser natürlich nicht, aber ich brauche es im Hintergrund, damit keine Ungereimtheiten passieren und sich die Handlung am Schluss wie ein Puzzle schön zusammenfügt.

Es gibt in „Herzgrab“ nicht nur zwei große Handlungsstränge, sondern auch eine Vielzahl ausgeprägter Charaktere mit teils extremen Eigenheiten. Welche Bedeutung trägt die Ausgestaltung der Romanfiguren für Ihre Plots?

Ich liebe schräge Charaktere, die verrückte Hobbys, Macken und Ticks haben. Ein Beispiel: Manchen ist die TV-Serie „Monk“ zu anstrengend, ich aber liebe diese Figur schon allein wegen ihrer vielen Zwangsneurosen. Es ist ja nicht nur für die Leser interessant, wenn man ihnen keine Nullachtfünfzehn-Figuren vorsetzt – sondern auch für den Autor, weil die Arbeit mit interessanten Charakteren und starken Persönlichkeiten viel mehr Spaß macht und man automatisch mehr in der Hand hat, das man dem Leser servieren kann.

Sie tauchen diesmal in die Welt der Malerei, der Auktionen und des Kunstmarkts ein. Können Sie etwas über die Recherche in dieser Szene erzählen?

In meinem Freundeskreis gibt es einige Malerinnen, außerdem male ich selbst gern, aber nicht gut genug, um es jemandem zu zeigen. Für einen Roman war dieses Wissen aber viel zu wenig. Daher habe ich einige Vernissagen und Museumsführungen besucht, mit Künstlern gesprochen und an einigen Auktionen teilgenommen. Als ich im Keller eines Auktionshauses herumgeschlichen bin, hätte mich beinahe das Sicherheitspersonal festgenommen. Sobald man aber den Menschen erzählt, dass man Schriftsteller ist und für einen Roman recherchiert, sind sie plötzlich sehr aufgeschlossen und bringen sich mit Ideen in die Handlung ein.

Wie wichtig ist für Ihre Arbeit an einem Thriller der persönliche Kontakt zu Experten?

Als ich 1999 an meiner ersten Kurzgeschichtensammlung gearbeitet habe, bot das Internet noch sehr wenige Informationen. Wenn man recherchieren musste, ging man also in die Bibliothek, warf einen Blick in den Brockhaus oder sprach mit Experten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein zehnminütiges Gespräch mit einem Fachmann mehr bringt, als stundenlang über Sachbüchern oder Wikipedia-Einträgen zu brüten, was ich natürlich auch mache, da es oft nicht anders geht. Aber ich habe mir geschworen, niemals feige zu sein und immer zu versuchen, einen Experten zu finden. Mittlerweile kenne ich einige Staatsanwälte, Richter, Kripoermittler, Ärzte und Rechtsmediziner, die ich mit meinen Fragen belästigen darf.

Sie schreiben nicht nur selbst, sondern unterrichten auch Kreatives Schreiben. Wie lange brauchen Autoren Ihrer Erfahrung nach, bis sie ihr Handwerkszeug richtig gut beherrschen?

Ich habe 1997 mit dem Schreiben begonnen und beherrsche es immer noch nicht perfekt. Immer noch bin ich auf die Hilfe von Lektoren und Testlesern angewiesen, und das wird sich wohl nie ändern – zumindest nicht, solange man seine Arbeit ernst und ehrgeizig betreibt. Also, eine ehrliche Antwort müsste lauten: wahrscheinlich ein Leben lang.

Sagen Sie das den Teilnehmern in Ihren Kursen?

Natürlich, allerdings subtiler. In meinen Schreibkursen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Teilnehmer, die keine Vorkenntnisse haben und an ihrem ersten Roman arbeiten, immer gleich den Bestseller für einen großen Publikumsverlagen schreiben wollen. Das steckt in den Köpfen der Leute so drin. Ich nenne es das Joanne-Rowling-Syndrom. Meine Erfahrung zeigt, dass etwa zehn Jahre intensive Arbeit nötig sind, bis die Manuskripte so gut werden, dass ein großer Verlag sie veröffentlichen kann. Ausnahmen bestätigen die Regel, andererseits gibt es aber keine Garantie, dass es nach zehn Jahren klappen muss.

Eine Romanserie um einen Helden herum zu konstruieren – und sei er bei den Lesern noch so beliebt –, hatten Sie bisher nicht in Erwägung gezogen. Ihr nächster Thriller jedoch, der Nachfolger von „Todesfrist“, beschert uns ein Wiedersehen mit einer Ihrer Hauptfiguren: Maarten S. Sneijder, der ebenso kauzige und arrogante wie geniale Profiler aus Rotterdam. Was hat Sie an ihm so fasziniert, dass Sie ihn erneut zu einem der wichtigsten Romancharaktere erwählten?

Es stimmt, dass mir die Arbeit an einer Handlung, für die ich ein komplett neues Ensemble an Figuren erfinden kann, mehr Spaß macht. Aber bekanntlich gibt es Ausnahmen – bei mir sind es zwei: Peter Hogart, ein Wiener Versicherungsdetektiv, ist der Hauptcharakter in meinen beiden Thrillern „Schwarze Dame“ und „Die Engelsmühle“, die demnächst bei Goldmann neu aufgelegt werden. Genauso wie Peter Hogart ist auch Maarten S. Sneijder ein Außenseiter, der stur seinen Weg geht, bei seinen Vorgesetzten aneckt, auf eigene Faust ermittelt und sich oft auf dünnes Eis begibt.

Wie unterscheiden sich die beiden Figuren?

Peter Hogart ist ein Eigenbrötler, aber ein sympathischer Kerl, Maarten S. Sneijder hingegen ist ein arrogantes Arschloch. Beide Figuren faszinieren mich, darum wird es mit ihnen weitergehen. Zunächst einmal möchte ich mit Maarten Sneijders zweitem Fall die Fortsetzung zu „Todesfrist“ fertig schreiben, aber mir schwebt sowohl für Peter Hogart als auch für Maarten Sneijder jeweils ein dritter Band vor, um die beiden Trilogien abzuschließen.

Wird es weiterhin eigenständige Romane geben?

Die Schublade ist voll mit Ideen und Exposés.

Interview: Elke Kreil

Interview mit Maarten S. Sneijder, dem Ermittler bei Andreas Gruber

Romanfigur Maarten S. Sneijder im Interview

»Grundsätzlich kann ich nichts an Andreas Gruber leiden«

Maarten S. Sneijder ist polizeiliche Fallanalytiker, Entführungsspezialist und forensischer
Kripopsychologe beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Er ist 47 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Rotterdam in den Niederlanden. Wenn er nicht gerade im Auslandseinsatz ist, nimmt er an der Akademie für hoch begabten Nachwuchs junge Kolleginnen und Kollegen unter seine Fittiche. Er hat einen speziellen Ansatz, mit dem er seine Fälle löst: Da ist einerseits seine arrogante Art, mit der er seine Gesprächspartner vernichtet, andererseits sein Hang zu Drogen, der ihn in die kranke Psyche von Serientätern hinabsteigen lässt. Er leidet unter Cluster-Kopfschmerzen, akupunktiert sich selbst, hasst große Menschenmengen und gibt vor, keinen Führerschein zu besitzen, damit er von den Kollegen zu den Tatorten gefahren wird, während er auf dem Rücksitz mit seinem Smartphone spielt. Er trägt ausschließlich schwarze Designeranzüge, ist über einen Meter achtzig groß und hat enorm lange Arme. Bisher hat er in dem Thriller „Todesfrist“ ermittelt. Die Fortsetzung „Todesurteil“ ist für Ende 2014 geplant.

Die Luft ist stickig in dem kleinen Raum. Die einsame Arbeitsleuchte auf dem glatten Tisch strahlt direkt in sein Gesicht.

1. Lieber Maarten Sneijder, was können Sie uns zu …?
Entschuldigen Sie, dass ich Sie unterbreche. Es heißt Maarten S. Sneijder!

Danke, was können Sie uns zu …?
Entschuldigen Sie, dass ich Sie gleich noch einmal unterbreche. Meine Zeit ist knapp, und ich möchte vermeiden, dass Sie sie vergeuden. Sehen Sie diese drei Finger? Also stellen Sie ihre Fragen in drei knappen, präzisen Sätzen! Schaffen Sie das?

Ich werde es versuchen. Was können Sie uns zu Andreas Gruber sagen – was müssen wir wissen?
Sie müssen gar nichts über ihn wissen! Die Akte, die das Bundeskriminalamt in Wiesbaden über ihn hat, ist streng geheim. Das werden sogar Sie verstehen. Aber auf Grund diverser Abhöraktionen und Einvernahmen von Leuten, die ihn kennen, haben wir ein brisantes
Detail über ihn herausgefunden, das ich verraten kann: Bisher hat dieser Schmuddlschreiber mit seiner kranken Fantasie vier Kurzgeschichtenbände und sieben Romane zu Papier gebracht. Er arbeitet jetzt nur noch 15 Stunden pro Woche im Büro eines Pharmakonzerns –
den wir natürlich observieren – und er wird sich Ende 2014 als freier Autor selbständig machen. Aber keine Sorge, wir behalten ihn und seine Aktivitäten weiterhin im Auge.

2. Beneiden Sie Andreas Gruber um etwas? Oder schlimmer, gibt es etwas, was Sie an ihm gar nicht leiden können?
Beneiden? Ihn? Ich beneide bloß die Menschen, die das Glück haben, mit mir zusammenarbeiten zu dürfen. Grundsätzlich kann ich nichts an Andreas Gruber leiden. Er verschwendet seine Zeit, indem er Geschichten erfindet, meist über abartige Serienkiller und
unsympathische Profilersteller. Und nur weil er im Juni 2013 eine Recherchereise nach Deutschland unternommen hat und beim Polizeipräsidium Westhessen und beim Bundeskriminalamt Wiesbaden zu Besuch war und sich dort alles zeigen ließ, steigt er in meiner Achtung um keinen Millimeter. Er bleibt ein armseliger Schriftsteller, der keine Ahnung von unserem täglichen Job hat.

3. Das hört sich so an, als würde Andreas nicht ununterbrochen schreiben – was macht er denn sonst in seiner Freizeit?
Er liest viel – wahrscheinlich klaut er dort seine Ideen. Er geht oft ins Kino – vermutlich um auch dort Ideen zu klauen. Er hört gern Hörspiele – Sie können sich bestimmt denken, warum. Er singt in Karaoke-Bars – da er vermutlich kein anderes Publikum für seine
„Gesangskünste“ findet. Er hört Heavy Metal – schon allein das sagt ja alles über seine gestörte Psyche.

4. Ein Trittbrettfahrer? Welchem Vorbild eifert er nach? Ist das nur schriftstellerisch so, oder auch im »normalen« Leben?
Die Kollegen von der Kriminaltechnik, der forensischen Psychologie und dem graphologischen Institut haben herausgefunden, dass er sich am Stil von Dennis Lehane orientiert. Er dürfte auch die frühen Werke von David Morrell und Nelson DeMille gelesen haben. Und was den Horror-Aspekt in seinen Thrillern betrifft, den dürfte er von Stephen King, Richard Laymon und Shaun Hutson geklaut haben. Soviel zu seiner Eigenständigkeit!
Vorbilder im normalen Leben? Er behauptet zwar, dass er kritische Menschen mit Zivilcourage bewundert wie beispielsweise diesen Edward Snowden, aber mal ehrlich …
Snowden ist ein Verräter und gehört zum linken Gesindel, genauso wie Andreas Gruber.

5. Gibt es Rituale, die Andreas beim Schreiben anwendet?
Hängt er bestimmter ritualistischer Musik an, oder gibt es irgendwelche berauschende Nahrungsmittel, die stets griffbereit liegen müssen?
Ich selbst rauche Marihuana. Das ist in meinem Job absolut notwendig, wenn ich mich in die Psyche eines Killers hinein versetze. Und ich habe, nebenbei bemerkt, die höchste Aufklärungsrate verglichen mit der meiner Kollegen. Sehen Sie, durch das Marihuana kristallisiert sich manchmal ein winziges Detail mit all seinen Facetten übergroß heraus, das man sonst übersehen hätte.

Aber wir sprechen jetzt nicht über Sie, sondern über Andreas Gruber!
Bedauerlich! Aber keine Ahnung, was der nimmt. Vermutlich nascht er während des Schreibens Schokolade – sehen Sie sich mal seine Schwabbelfigur genau an!

6. Wie kam Andreas auf Ihre Spur?
Ich glaube, er war es einfach leid immer nur Romane über langweilige Kripoermittler zu schreiben. Er hat eine kontroverse Figur mit Ecken und Kanten gesucht. Jemand mit langjähriger Erfahrung, der seinen eigenen kompromisslosen Weg geht und sich weder von
Vorgesetzten noch von Kollegen in die Suppe spucken lässt. Und mal ehrlich, welcher Kotzbrocken wäre da besser geeignet als ich?

7. Wissen Sie, ob er sich seine Opfer immer auf dieselbe Weise aussucht? Wie entstehen seine Geschichten?
Unser Verhör mit ihm hat ergeben, dass er sich in seinen Romanen Schwerpunkte setzt und über Themen schreibt, die ihn angeblich faszinieren. In „Schwarze Dame“ schreibt er über zwei Serienkiller, in „Die Engelsmühle“ über zwei erwachsene weibliche eineiige Zwillinge, in „Rachesommer“ über Kindesmissbrauch, in „Todesfrist“ über eine missglückte Psychotherapie und in „Herzgrab“ über ein großes mysteriöses Ölgemälde.
Seine Romane spielen in Prag, Wien, Leipzig, Dresden, München, Hamburg, an der Nordsee oder in der Toskana, und seine Figuren sind mal ein Privatdetektiv, eine junge Anwältin, eine Psychotherapeutin oder ein pensionierter asthmakranker Kripoermittler.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Gespräch mit Ihnen, was macht Sie so besonders für Andreas Gruber?
Frech? Sie meinen allen Ernstes diese Frage sei frech? Ich sage Ihnen was: Frech wäre, diese Frage nicht gestellt zu haben! Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – aber man kann das nicht oft genug betonen – ich bin im Bundeskriminalamt Wiesbaden ein Unikat. Ich leite an der BKA-Akademie für hoch begabten Nachwuchs das Modul Profilerstellung und forensische Psychologie. Dort nehme ich die jungen Dreikäsehoch unter meine Fittiche. Und da gibt es ein besonderes Talent: nämlich die Münchnerin Sabine Nemez. Sie ist die Hoffnung der jungen, modernen Verbrechensbekämpfung … und ich hoffe, noch viele
weitere Fälle mit ihr lösen zu können. Aber sagen Sie ihr das bloß nicht!

9. Schauen wir uns doch einmal die Beweise an: Was wird Andreas wohl als Nächstes tun? Woran arbeitet er gerade? Wann werden wir neue Hinweise erhalten?
Wäre mal schlau von Ihnen gewesen, wenn Sie das selbst herausgefunden hätten, ohne mich fragen zu müssen. Aber ich will mal nicht so sein. Andreas Gruber hat zwar eine Webseite, die er wöchentlich updatet, aber er ist weder bei Facebook noch bei Twitter. Deswegen haben wir sein Haus verwanzt und hören sein Telefon ab, um an Informationen ranzukommen. Außerdem haben wir uns mit einem Bundestrojaner in seinen PC gehackt und können täglich mitlesen, was er schreibt.

Also: In seinem nächsten Roman, in dem ich wieder gemeinsam mit Sabine Nemez ermitteln
werde, entführt er seine bemitleidenswerten Leser nach Wiesbaden, Nürnberg und Wien.
Das Buch erscheint Ende 2014 und trägt den Titel „Todesurteil“. Aber wenn ich Ihnen jetzt schon verrate, worum es geht, müsste ich Sie anschließend für einige Monate in U-Haft nehmen.

Knipst die Lampe aus und lehnt sich zurück…

Ein herzliches Dankeschön an Maarten Sneijder für die …
Maarten S. Sneijder!

10. Ein herzliches Dankeschön an Maarten S. Sneijder für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Maarten S. Sneijder gesagt wurde.
Godverdomme, Sie haben das Interview mit mir geführt, nicht mit Gruber. Was sollte der schon richtigstellen? Vermutlich würde er behaupten, dass ich ohne meine Kollegin SabineNemez nur halb so genial wäre, wie ich glaubte. Aber da irrt er sich.

Nominierungen und Literaturpreise

Autor Andreas Gruber
Andreas Gruber Presse

nominiert für den ESFS Award 2013
1. Platz beim Vincent-Preis 2008
4. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2004 (international)

"Bester Autor"

Thriller

1. Platz Herzogenrather Handschelle 2016
1. Platz Leo-Perutz-Krimi-Preis 2016 der Stadt Wien
1. Platz beim Skoutz-Award 2016

"Racheherbst"

Andreas Gruber Todesurteil

nominiert für den Friedrich Glauser Krimipreis 2016
nominiert für den Leo Perutz Preis 2015
Goldmann, 576 Seiten, Taschenbuch

"Todesurteil"

Andreas Gruber Todesfrist

1. Platz bei Blogg dein Buch 2012 - Best bewertetes Buch
Club Bertelsmann, 414 Seiten, Hardcover

"Todesfrist"

Weitere Preise
Horror
Andreas Gruber Die Schattenuhr

2. Platz beim Vincent-Preis 2011 - Beste Kurzgeschichte
erschienen in: "Die Schattenuhr", Blitz-Verlag, 332 Seiten

"Rue de la Tonnellerier"

Die Schattenuhr Die scharfe Kante des Geodreiecks

1. Platz beim Vincent-Preis 2009 - Beste Kurzgeschichte
erschienen in: "Rose Noire", Voodoo Press, 340 Seiten

"Die scharfe Kante des Geodreiecks"

Andreas Gruber Das Eulentor

1. Platz beim Vincent-Preis 2008 - Bester Horror-Roman
Hocke Books , 320 Seiten

"Das Eulentor"

4. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2007 - Beste Kurzgeschichte
erschienen in: "Der dünne Mann", Blitz Verlag, 236 Seiten

"Wie ein Lichtschein unter der Tür"

Andreas Gruber Der Judas-Schrein

1. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2006 - Bestes Roman-Debut
3. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2006 - Bester Roman deutschsprachig
Hocke Books, 468 Seiten

"Der Judas-Schrein"

Andreas Gruber Weiter oder Raus - aus Die Legende von Eden

4. Platz beim Kurd Lasswitz Preis 2006 - Beste Kurzgeschichte
erschienen in: "Die Legende von Eden", Shayol Verlag, 178 Seiten

"Weiter oder Raus"

Andreas Gruber Tief unten in Dudewater, Louisiana - aus Liber Vampirorum IV - Resurrected

nominiert für den Nyctalus-Award 2005 - Beste Kurzgeschichte
erschienen in: "Liber Vampirorum IV - Resurrected", Midas Publishing, 164 Seiten

"Tief unten in Dudewater, Louisiana"

Andreas Gruber Jakob Rubinstein

4. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2004 - Beste Anthologie / Kollektion
Basilisk Verlag, 178 Seiten, Hardcover

"Jakob Rubinstein"

Andreas Gruber Sieben Ampullen - aus nova2

6. Platz beim Deutschen Science Fiction Preis 2004 - Beste Kurzgeschichte
erschienen in: Nova #2, 180 Seiten, Hrsg.: Ronald Hahn

"Sieben Ampullen"

Andreas Gruber Mesmeristische Experimente

4. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2003 - Beste Kurzgeschichte
erschienen in: "Jenseits des Hauses Usher", Blitz Verlag, 352 Seiten, Hrsg.: Markus Korb

"Mesmeristische Experimente"

1. Platz beim Hörbuch-Autorenwettbewerb 2003 - Bestes Hörbuch
1. Platz beim Literaturwettbewerb des NÖ Donaufestivals 1999 - Beste Kurzgeschichte erschienen in: "Die großen Prophezeiungen", Edition DUM, 82 Seiten, Hrsg.: Wolfgang Kühn

"Das Planspiel"

Andreas Gruber Die letzte Fahrt der Enora Time

1. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2002 - Beste Kurzgeschichte
1. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2002 - Beste Anthologie / Kollektion
2. Platz beim Deutschen Science Fiction Preis 2002 - Beste Kurzgeschichte
3. Platz beim Kurd Lasswitz Preis 2002 - Beste Kurzgeschichte Shayol Verlag, 187 Seiten, Paperback, 2. Aufl.

"Die letzte Fahrt der Enora Time"

Andreas Gruber Der fünfte Erzengel

4. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2001 - Beste Anthologie / Kollektion
5. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2001 - Beste Kurzgeschichte
Shayol Verlag / Edition Medusenblut, 150 Seiten, Paperback, 2. Aufl.

"Der fünfte Erzengel"

13. Platz beim Kurd Laßwitz Preis 2000 - Beste Kurzgeschichte

"Der Maya-Transmitter"

14. Platz beim Kurd Laßwitz Preis 2000 - Beste Kurzgeschichte

"Virus"

2. Platz beim Marburg Award 1999 - Beste Kurzgeschichte

"Corpus Laceraris"

3. Platz beim Marburg Award 1998 - Beste Kurzgeschichte

"Duke Manór"

Weitere Preise